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Wechseljahre – nicht nur Frauensache


Auch bei männlichen Personen treten Wechseljahresbeschwerden auf. So wie die weibliche Menopause gibt es auch eine männliche Andropause. Neun typische Symptome sind festgestellt worden. In einer Studie wurden von US-Forschern die markantesten Veränderungen und Beschwerden von Keimdrüsen identifiziert, die aus altersbedingten Gründen in ihrer Funktion nachlassen. Zeichen der Andropause sind hauptsächlich sexuelle Unlust sowie Impotenz. Außerdem können sich Leistungsabfall, Depressionen und Hautveränderungen einstellen.

Bis jetzt waren die männlichen Wechseljahre, die medizinisch „altersbedingter Hypogonadismus“ genannt werden, nicht exakt wissenschaftlich definiert. Um eine verbindliche Leitlinie für eine Testosteron-Behandlung zu haben, ist jedoch eine wissenschaftliche Forschung nötig. Wissenschaftler der University of Manchester nahmen sich des Themas an und schlossen sich mit anderen europäischen Forschungseinrichtungen zusammen.

In ihre Untersuchungen bezogen sie 3369 männliche Probanden im Alter von 40 bis 79 Jahren ein. Die Probanden mussten Fragen zum Thema Wechseljahresbeschwerden beantworten. Sie sollten Auskunft geben über ihre Gesundheit, psychisch und physisch sowie über ihre Sexualität, außerdem wurde bei ihnen der Hormonspiegel im Blut gemessen. Das Team der Wissenschaftler fand heraus, dass im Zusammenhang mit einem niedrigen Testosteronspiegel neun typische Beschwerden stehen.

An erster Stelle stehen demnach sexuelle Symptome: morgendliche Erektion wird seltener, ebenso die Häufigkeit der sexuellen Gedanken/Sexualtrieb sowie erektile Dysfunktion. Drei körperliche Einschränkungen spielen daneben eine Rolle: 1. Die Kräfte fehlen für Laufen und das Heben schwerer Dinge, 2. Mehr als einen Kilometer zu gehen fällt schwer, 3. Es kostet mehr Anstrengung als früher sich zu knien, vorzubeugen bzw. zu bücken. Den Verlust von Energie, sowie Müdigkeit und Traurigkeit nennen die Forscher als psychische Symptome.Sie sind jedoch nicht sexuell bedingt und standen nur wenig im Zusammenhang mit einem geringen Testosteronspiegel.

Beschwerden, die bisher als ein Zeichen männlicher Wechseljahre gedeutet wurden und darum mit Testosteron behandelt worden sind wie Schlafstörungen, Ängstlichkeit, Nervosität, Konzentrationsmangel, hatten keinen Zusammenhang mit den Keimdrüsen und deren nachlassender Funktion. Der Studienleiter Fred Wu stellt fest, dass die neuen Erkenntnisse die wichtigsten Symptome der männlichen Wechseljahre zum ersten Mal exakt darlegen. So ist klar definiert, wann und ob eine Behandlung mit Testosteron sinnvoll sein kann oder wann nicht. Im „New England Journal of Medicine“ wurde diese Studie veröffentlicht.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 22.06.2010 - 00:00 Uhr
Kategorie: Medikamententester News