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West-Nil-Virus verbreitet sich in Europa


Das West-Nil-Fieber wird durch Stechmücken übertragen. Das Centrum für Reisemedizin (CRM) berichtet, dass das Virus Europa erreicht hat. Im Jahre 1937 ist die Krankheit im West-Nil-Distrikt von Uganda entdeckt worden. In den südosteuropäischen und osteuropäischen Ländern sind im vergangenen und diesem Jahr bereits mehrere Menschen infiziert worden.

Insgesamt 56 Infektionen mit dem West-Nil-Virus wurden aus Griechenland, Albanien, Russland und Rumänien gemeldet. Die Erreger werden durch Stechmücken übertragen. Deshalb sollten sich Menschen, die nach Ost- oder Südosteuropa reisen, unbedingt vor den Blutsaugern schützen, die besonders nachts aktiv sind, sagt Dr. med. Tomas Jelinek (Wissenschaftlicher Leiter des CRM). Aufgrund der ständig wachsenden Ausbreitung des West-Nil-Virus ist dem Experten zufolge eine Zunahme der Erkrankungen zu erwarten. So erkrankten im Jahr 2010 in Griechenland 257 Personen an diesem Fieber, davon starben mehr als 5% an den Infektionsfolgen.

Durch die vermehrte Ausbreitung des West-Nil-Virus in den oben genannten Ländern, rechnet man mit einem erneuten Anstieg der Erkrankungen auch in diesem Jahr, so Dr. med. Tomas Jelinek. Bereits im letzten Jahr verzeichnete man einen deutlichen Anstieg der Erkrankungen gegenüber den vergangenen Jahren. Den Angaben des CRM zufolge könnte sich diese Entwicklung auch 2011 fortsetzen. Dr. med. Jelinek rechnet noch für diesen Sommer und Herbst mit zahlreichen Neu- Infektionen. Das CRM gibt den Rat, für einen ausreichenden Mückenschutz zu sorgen, falls man Reisen nach Ost- und Südosteuropa plant. Der Reisende sollte sich unbedingt vor einer Infektion mit dem gefährlichen Virus schützen, da das West-Nil-Fieber in seinen gesundheitlichen Auswirkungen nicht zu unterschätzen sei. Es äußert sich in grippeähnlichen Symptomen wie Kopf- und Muskelschmerzen, Fieber, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen. Manche Infektionen (ca. 0,7%) können einen besonders schweren Verlauf der Krankheit auslösen, wie Gehirnentzündungen (Enzephalitis) oder Hirnhautentzündung (Meningitis). Das Virus ist fähig, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren. Weitere Krankheitsmerkmale sind geschwollene Lymphknoten, Hautausschlag an Rücken, Brust und Armen bei ca. einem Drittel der Patienten. Besonders ältere Menschen, deren Immunsystem geschwächt und die evtl. auch Vorerkrankungen haben, sind bei einer Infektion mit dem West-Nil-Virus lebensgefährlich bedroht.

Das CRM betont, dass zumeist drei bis sechs Tage nach der Infektion die ersten Symptome auftreten. Aber lediglich bei ca. 1% der Infizierten sei der Krankheitsverlauf so schwer, dass eine Behandlung erfolgen muss. Bei den meisten Menschen treten keine oder kaum gesundheitliche Beeinträchtigungen auf. Das macht aber auch deutlich, wie stark sich das West-Nil-Virus in den oben genannten Ländern bereits verbreitet hat. Bei den bisher bekannten  56 Erkrankungen könnte die Zahl der tatsächlich Infizierten deutlich über 5.000 Personen betragen. Bis heute ist eine wirksame Behandlung der Erkrankung nicht möglich oder unbekannt. Viele Patienten, die eine Infektion von West-Nil-Fieber überstanden haben, sind aber zukünftig immun gegen diese Krankheit. Deswegen schätzen die Experten, dass mit jeder Infektion das Risiko einer Epidemie verringert wird.

Ausgebreitet hat sich das West-Nil-Virus in den letzten Jahrzehnten von Afrika kommend nach Europa und Nordamerika. In Europa ist die Verbreitung des Virus erst in den letzten Jahren den Experten aufgefallen. Dagegen wurde bereits 1999 der Erreger im New Yorker Central Park bei Vögeln identifiziert. In den USA starben zwischen 2002 und 2007 jährlich etwa hundert Menschen an der West-Nil-Fieber-Infektion. Inzwischen sank die Zahl der Todesfälle jährlich auf ca. 50. Die Experten berichteten in Bezug auf die Wege der Verbreitung, dass dem West-Nil-Virus Zugvögel oft als Reservoir dienen. Die häufigsten Überträger sind Mücken, davon vor allem die der Culex-Gattung sowie die Asiatische Tigermücke. Sie stechen Menschen und Vögel, gelten als Brückenvektoren, d.h. sie ermöglichen eine Übertragung vom Tier auf den Menschen. Deshalb ist unbedingt ein effektiver Mückenschutz die am besten geeignete Methode, um sich vor einer Erkrankung zu schützen  (körperbedeckende Kleidung und Insektenschutzmittel).

Weiter empfiehlt der Wissenschaftliche Leiter des CRM allen Reisenden „besonders in der Dämmerung und in der Nacht sich vor Mücken zu schützen.“ Es gibt bis jetzt keine Schutzimpfung gegen das West-Nil-Fieber. Aber wer die Fenster und das Bett mit Moskitonetzen versieht, kann einer Erkrankung deutlich vorbeugen. Thomas Jelinek zufolge sollte die Lochgröße der Moskitonetze zwischen 1,2 und 1,5 Millimeter liegen, um die Mücken erfolgreich abwehren zu können bei gleichzeitig ausreichender Luftzirkulation. In den Gegenden mit vielen Stechmücken empfehlen sich bei Aufenthalt im Freien das Tragen von Kleidung, bei der alle Körperteile bedeckt sind sowie das Auftragen von Mückenabwehrmitteln auf freie Hautregionen.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 30.08.2011 - 21:31 Uhr
Kategorie: Medikamententester News