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Wie fit sind unsere Kinder? - Motorik – Modul (MoMo)


An Hardy wird ein Test durchgeführt und er lässt sich von den Untersuchungen nicht aus der Ruhe bringen. Sein Puls ist normal, keine Nervosität ist erkennbar. Ruhig absolviert er die verschiedenen Teststationen im DRK-Gebäude mit aufgeklebten Fuß- und Handmesselektroden. Simone Miller, Testleiterin und Sportstudentin der Universität in Karlsruhe ist von Hardy ziemlich beeindruckt.

Hardy und weitere 13 Probanden nehmen an dem Projekt Motorik – Modul (MoMo) teil. Dieses ist ein Teil der vom Robert-Koch-Institut ausgelösten bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitsstudie. In ihr wird die körperliche Leistungsfähigkeit von Jugendlichen, Kindern aber auch jungen Erwachsenen getestet. Man erhofft sich von der Datenauswertung einen aussagefähigen Zustandsbericht. Bisher wurde eine derartige Langzeituntersuchung noch nicht durchgeführt. Ohne besonderen Anlass war Hanau bereits 2003 bei einer ähnlichen Studie dabei. Damals erfolgte die Auswahl der Testpersonen per Zufall mit Hilfe des Registers des Einwohnermeldeamtes, erklärte die Testleiterin Simone Miller. Hardy war damals auch dabei und vier Jahre alt. Heute sind seine sportlichen Steckenpferde, Reiten, Tennis und Jiu-Jitsu. Die Studie ist ein Motorik-Projekt und soll bis 2014 laufen.

Der Träger der Studie ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung und wird vom Robert-Koch-Institut und den Hochschulen in Konstanz, Schwäbisch Gmünd und Karlsruhe in Theorie und Praxis bei ihren Untersuchungen unterstützt. Es beteiligen sich 5000 Testpersonen im Alter von 4 bis 23 Jahren aus 167 verschiedenen Orten. In Förderprogrammen für Kindergärten, Schulen und Vereinen sollen die Erkenntnisse der Studie Verwendung finden. Hardy´s Vater stellt fest, dass es innerhalb der Familie zu keiner Umstellung der Lebensweise oder Ernährung gekommen sei, seitdem der Sohn an der Studie beteiligt ist. Er mache alles, was ihm Spaß bereitet und ohne jeden Leistungsdruck.

Die Testleiterin erklärt, dass mit dieser zweiten Untersuchung innerhalb dieser Studie der Verlauf der Entwicklung der Testpersonen dokumentiert werden könne. Es könne zum Beispiel untersucht werden, wie sich mit dem Älterwerden die Fitness entwickelt. Die Testprozedur dauert eine halbe Stunde und beginnt mit dem Ausfüllen eines umfangreichen Fragebogens. Es wird nach dem Freizeitverhalten sowie sportlichen Aktivitäten gefragt. Auf das körperliche Befinden geben Puls und Blutdruck Antwort. Ebenso erfolgt die Messung von Fett-, Wasser- und Muskelanteilen am Körpergewicht. Im weiteren Programm steht ein Reaktionstest, eine Geschicklichkeitsübung für Feinmotorik und Balancierübungen auf Breiten von drei bis sechs Zentimetern auf dem Plan. Muskelkraft und Ausdauer werden geprüft.

Der Puls der jungen Testpersonen wird mittels Ergometer bis 180 Schläge/Min. hochgetrieben. Kein Kind muss irgendeine der geforderten Aufgaben vorher einüben, sie sind nicht schwer, sagt Simone Miller. Mit einem Sprung aus dem Stand wird die Kraft der Beinmuskulatur erfasst, was jedes Kind kann. Am Schluss werden mit den Getesteten die Ergebnisse vertraulich besprochen. Bei der Bewertung gibt es kein absolutes „Gut“ oder „nicht befriedigend“ – nur ein relatives. Der Bundesdurchschnitt ist auch nur relativ. Wenn sich ein Großteil der heranwachsenden jungen Menschen in unserem Land einen Meter auf der Strecke balancierend vorwärts bewegen kann, so ist das eben nationaler Standard, sagt die Testleiterin.


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 18.07.2010 - 01:28 Uhr
Kategorie: Medikamententester News