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Wie glücklich werden Menschen durch eine Schönheits-OP?


Finden sich Menschen, die sich einer Schönheitsoperation unterzogen haben -größerer Busen, neue Nase - wirklich schöner? Die Forscher aus Bochum sagen: Ja! Sie stellten Untersuchungen über Veränderungen im Selbstbild der Operierten nach deren Operation an. Demnach empfinden die Operierten ihr Erscheinungsbild positiver, auch langfristig. Besonders, wenn sie einen Vergleich anstellen mit denjenigen, die kurzfristig eine OP ablehnten.

In einer Umfrage in der Bochumer Ruhr-Uni stellte sich heraus, dass die Deutschen nicht viel an ihrem Aussehen zu bemängeln haben. Durchschnittlich bewerten sie sich auf der Skala von 0 bis 100 etwa mit dem Wert 70. So richtig gut findet sich jeder Zehnte (90 bis 100 Punkte). Als ausgesprochen hässlich beurteilt sich kaum jemand (0 bis 30 Punkte).

Der Umfragedurchschnitt der Bevölkerung traf logischerweise nicht auf die 544 Probanden zu. Sie hatten sich kurz vor der Umfrage bereits für eine Schönheits-OP entschieden. Sie gaben sich selbst durchschnittlich 66,6 von 100 Punkten. Studienleiter Jürgen Margraf merkte an, dass jedoch nach der OP die Selbsteinschätzung um ca. 10 Einheiten angestiegen sei.

Über ein Jahr lang wurden die Operierten begleitet

Die 544 Personen, die sich zum ersten Mal einer Schönheitsoperation unterzogen haben, wurden von den Wissenschaftlern mit weiteren zwei Gruppen verglichen: Die eine Gruppe, 264 Personen, hatte in vergangener Zeit einmal eine Schönheits-OP in Erwägung gezogen, aber es dann gelassen. Die zweite Gruppe, sie bestand aus ca. 1000 Personen, hatte sich für eine derartige OP niemals interessiert.

Die Wissenschaftler stellten bei den drei Untersuchungsgruppen kaum erwähnenswerte Unterschiede fest. Das betraf beispielsweise die physische Gesundheit, den Grad depressiver Verstimmung oder die Zufriedenheit mit dem Leben insgesamt. Dagegen berichteten die erfolgreich Operierten über mehr Lebensfreude, Selbstwert und Zufriedenheit. Diese Personen wurden von den Wissenschaftlern ständig begleitet und zwar jeweils vor der Schönheits-OP, drei, sechs Monate, bzw. ein Jahr danach.

Das Ergebnis ist mehr Selbstbewusstsein

Nach dem Eingriff gaben die Probanden im Durchschnitt zu, dass sie mit dem gewünschten Ziel sehr zufrieden seien. Sie gaben an, dass ihr Selbstbewusstsein gestiegen sei, sie sich weniger ängstlich und vor allem gesünder fühlten, ganz im Gegensatz beim Vergleich mit der Gruppe Probanden, die vor einer solchen OP zurückscheuten. Außerdem bewerteten die erfolgreich operierten Probanden ihren Körper und vor allem das behandelte Merkmal als sehr viel attraktiver. Die Wissenschaftler stellten keine Auswirkungen im negativen Sinne auf die Psyche der Operierten fest.

Zumeist sind es jüngere Menschen, die sich ein besseres Aussehen wünschen. Ihr Einkommen liegt leicht über dem Durchschnitt. 87 % der operierten Personen sind weiblich. Es ist auch schon vorgekommen, dass an die chirurgische Operation unrealistische Erwartungen gestellt werden. Von den Personen, die interviewt wurden, gaben 12 % an dass sie sich vorstellen, nach einer Schönheitsoperation „ein neuer Mensch“ zu sein und alle Probleme gelöst werden können. Erhofft wurde von dem größeren Teil der befragen Personen mehr Wohlbefinden und Selbstbewusstsein. Das hat sich, wie die Studie zeigt, in den meisten Fällen erfüllt. In der Fachzeitschrift „Clinical Psychological Science“ ist die Studie, die bisher umfangreichste zu diesem Thema, nachzulesen.

Wie entscheiden?

Je nachdem wie die Entscheidung – ob ja oder nein – ausfällt, es ist ein kosmetischer Eingriff, wofür Vollnarkose nötig ist. Diese birgt, wie bei Operationen überhaupt, nicht unerhebliche Risiken. Komplikationen sind nicht auszuschließen und im ungünstigsten Fall kann sich das gewünschte Resultat zum Gegenteil wenden. Wichtig ist, eine seriöse Klinik zu finden, sich vom Operateur ausführlich beraten zu lassen und die Risiken gegen den zu erwartenden Erfolg sorgfältig abzuwägen.


Von: Stefan Lübker
Veröffentlicht am: 29.03.2013 - 10:43 Uhr
Kategorie: Medikamententester News