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Wie zuverlässig ist Hirnscan als Lügendetektor?


Das Oberstübchen kann mittels Hirnscans von Wissenschaftlern untersucht werden. Aber an das Gedächtnis eines Menschen kommt es offensichtlich nicht heran. Zwar können Wissenschaftler an Strukturen der Gehirnaktivität erkennen, ob die untersuchte Person jemanden erkannt hat, aber als handfester Beweis vor Gericht ist das Verfahren aber nicht geeignet. Washington. „Könnte man doch Täter künftig per Hirnscan überführen“ ist der Traum der Staatsanwälte. Wenn es möglich wäre, Tätern auf diese Art ihre Tat zu beweisen …

Immerhin wird durch Aktivitätsmuster im Gehirn angezeigt, dass bei dem Täter Erinnerungen bestehen, über die er vor Gericht nicht aussagen will oder kann. Auch bei potentiellen Zeugen könnte man mit dem Hirnscan vorgehen, indem dadurch geklärt wird, ob diese die verdächtige Person tatsächlich gesehen haben. Als Beweismittel wurden bei Hirnuntersuchungen ermittelte Daten tatsächlich bereits vor Gericht zugelassen. Aus diesem Anlass nahmen die Wissenschaftler Jesse Rissmann und seine Kollegen von der Stanford University Studien auf, um diese Sache weiter zu untersuchen.

Sie wollten herausfinden, wie verlässlich neurowissenschaftliche Verfahren am Gehirn angewendet werden können, um Erinnerungen wieder aufzuspüren. Die Forscher führten eine Studie mit zahlreichen Probanden durch. Ihnen wurden viele Porträtaufnahmen gezeigt, die sie eine Stunde später – dann mit anderen Aufnahmen vermischt – erkennen sollten. Sie mussten auch angeben, wie sicher sie sich bei ihrer Aussage waren. Gleichzeitig scannten die Forscher das Gehirn der Probanden per funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT). Im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“ wurde das Ergebnis von geschulten Auswertern veröffentlicht. Sie stellten an Hand der ihnen vorgelegten Hirnscans fest, ob die Probanden die Gesichter richtig erkannt hatten.

Sie schätzten die Aussagen der Probanden allerdings nur als subjektiv ein. Es wurde registriert, ob eine Testperson wirklich glaubt, das bestimmte Gesicht erkannt zu haben. Es gelang den Auswertern nicht, diese Angaben in ihrem objektiven Wahrheitsgehalt sicher zu beweisen. Sie konnten dem Probanden nicht nachweisen, ob seine Angabe, das Gesicht zu kennen, tatsächlich stimmte, oder ob der Proband sich geirrt hat. Die Wissenschaftler stellen fest, dass sich Hirnscans zur Wahrheitsfindung im Gericht nur bedingt einsetzen lassen. Die neurowissenschaftlichen Verfahren können falsch-negative oder falsch-positive Ergebnisse haben und dadurch fatale Folgen nach sich ziehen. Bei ihrer Anwendung im Gerichtsverfahren müssten sie genau analysiert und bewertet werden.


Von: stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 15.05.2010 - 00:00 Uhr
Kategorie: Medikamententester News