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Dem Phantomschmerz auf der Spur


©pixabay

Die Studie: Grundlagen des durch Neuronen verursachten Phantomschmerzes

Das Gehirn ist bis ins hohe Alter plastisch und kann sich in seiner Struktur und Funktion verändern. Das hat die neurowissenschaftliche Forschung der letzten Jahre gezeigt. Beispielsweise sind bestimmte Areale im Gehirn eines Geigenspielers vergrößert. Sie sind repräsentativ für die Finger, die er zum Geigenspielen benötigt. Je länger der Geiger geübt hat, umso stärker sind die Hirnregionen ausgeprägt. Es kommt nicht nur verhaltensbedingt, also nach Stimulation oder Training, zu solchen Veränderungen des Gehirns. Auch schwere Verletzungen, wie beispielsweise die Amputation einer Gliedmaße, können zu Umorganisationen im Gehirn führen. Die Repräsentation der Körperteile in unserem Gehirn wird quasi neu eingerichtet. Wissenschaftler nennen das „kortikale Reorganisation“.

Ein besseres Verständnis dieser Vorgänge ist das Ziel der Studie, damit durch dieses Wissen bessere Diagnose- und Therapieverfahren zur Steigerung der Lebensqualität von Betroffenen entwickelt werden können.

Zur Durchführung dieser Forschungsarbeit bitten wie Sie um Ihre Unterstützung

Zur Teilnahme an unserer Studie benötigen wir Menschen nach oder vor Amputation einer unteren oder oberen Gliedmaße, sowohl mit als auch ohne Phantomschmerzen.

Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Zu Messungen im Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim sollten Sie bereit sein. Es erfolgen Untersuchungen in den Körperkarten im Gehirn und zu Veränderungen in der Körperwahrnehmung. Das geschieht auch mittels Kernspintomografie (MRT). Weiterhin wird durch verschiedene Verfahren, wie z. B. Spiegeltraining in virtueller Realität oder Neurofeedback geprüft, wie sich Phantomschmerzen lindern lassen. Die Untersuchungen laufen an einem oder mehreren aufeinanderfolgenden Tagen ab.

Wir bieten StudienteilnehmerInnen eine Aufwandsentschädigung an. Reise- und Hotelkosten werden von uns bezahlt.

Weiterhin bieten wir Ihnen auf der Basis der erhobenen Befunde ein Beratungsgespräch zum Thema Phantomschmerz an.
Dieses Projekt erhält eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 1158 (www.sfb1158.de).
Bitte wenden Sie sich bei Interesse an das Studiensekretariat:

Telefon: 0621 1703-6344;      E-Mail: astrid.wolf@zi-mannheim.de

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit

Institut für Neuropsychologie und Klinische Psychologie
J5 . 68159  Mannheim

Projektleitung

Prof. Dr. Dr. h. c. Herta Flor,  Dr. Jamila Andoh

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Simon Desch, Doktorand

Studiensekretariat

Astrid Wolf


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 08.04.2019 - 19:09 Uhr
Kategorie: Mannheim