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Gesundheitstest für die Raumfahrt


Für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt werden 24 Frauen und Männer gesucht. Sie sollen sich für zwei Monate ständig ins Bett legen. Dort findet alles im Liegen statt, essen oder auch duschen. Die Raumfahrtmediziner wollen mit den Tests Astronauten helfen, wenn deren Körper im All durch die Schwerelosigkeit verändert wird.

Die fehlende Schwerkraft im All wird auf die Dauer zum Problem, denn es verschieben sich die Flüssigkeiten im Körper. Astronauten auf der Raumstation haben zu Beginn ihres Aufenthaltes daher oft einen roten Kopf. Außerdem bauen Knochen und Muskeln extrem ab. Die Männer und Frauen in der Internationalen Raumstation ISS versuchen bisher, mit Sport gegenzusteuern. Bis zu zwei Stunden pro Tag setzen sie sich aufs Fahrrad-Ergometer oder bewegen Gewichte. Dennoch reicht selbst das nicht ganz, denn nach ihrer Rückkehr auf der Erde sind Astronauten häufig etwas unsicher auf den Beinen.

Liegen, immer nur liegen

Mit einer Langzeitstudie versuchen die Mediziner des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) herauszufinden, wie sie bei den Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf Astronauten entgegenwirken können. Dazu werden Männer und Frauen gesucht. Sie sollen insgesamt 60 Tage auf einem Bett liegen und dürfen wirklich nicht aufstehen, weder für essen, duschen oder den Gang zur Toilette. Besuche sind untersagt, Kopfkissen gibt es keine, der Kopf liegt ein wenig tiefer als die Füße. Die Mediziner kontrollieren mittels Kameras die korrekte Körperhaltung der Teilnehmer.

Gutes Essen ist Bedingung. Dieses muss aber auch gegessen werden. Für alle Teilnehmer gelten gleiche Rahmenbedingungen.

Die Studienteilnehmer werden während der 60 Tage regelmäßig in eine soge-nannte Kurzarmzentrifuge geschoben. Die Probanden werden dabei einfach im Kreis „herumgeschleudert“.

Mit so einer Kurzarmzentrifuge könnte man im All vielleicht eine künstliche Schwerkraft erzeugen, gegen die der Körper arbeiten muss.

Vielleicht verschieben sich dann die Flüssigkeiten weniger und Knochen und Muskeln werden weniger abgebaut. Das Zwei-Stunden-Sportprogramm für die Astronauten könnte damit vielleicht reduziert werden und ließe mehr Zeit für die anstehenden Aufgaben in der Raumstation, hoffen die Raumfahrtmediziner.

Teilnahmebedingungen und Nebenwirkungen

Die Teilnehmer erhalten für 60 Tage liegen 16.500 Euro.

Obwohl das nach leicht verdientem Geld klingt, sollten sich die Bewerber die Teilnahmebedin-gungen vorher genau durchlesen. Die gesuchten Männer und Frauen zwischen 24 und 55 Jahren sollen sehr gesund sein und nicht rauchen. Auch etwas mehr Zeit sollten sie mitbringen, da die gesamte Studie 89 Tage dauert. Es gibt Gesundheits-Checks vor der Bettruhe. Anschließend gibt es für die Teilnehmer 14 Tage Erholung vom ständigen Liegen.

Zum Muskelaufbau wird beispielsweise eine Reha gemacht, meint Manuela Braun vom DLR. Da das Ganze aber reversibel ist, gibt es keine Langzeitfolgen.

Freiwillige sollten sich aber auch auf Nebenwirkungen einstellen:

Am Anfang können Kopfschmerzen auftreten oder die Nase schwillt zu. In der 6-Grad-Schräglage zu essen oder zu trinken ist für viele ungewohnt, aber der Körper gewöhnt sich recht schnell daran.

Start der ersten Langzeit-Bettruhe-Studie ist März 2019. Bis November können sich laut DLR noch Interessenten bewerben. :

Tel: 02203 – 601 – 3472
E-Mail: probanden-bit@dlr.de


Von: Stefan Lübker / Probanden-Online.de
Veröffentlicht am: 16.10.2018 - 18:57 Uhr
Kategorie: Köln

 

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